30.000 Quadratmeter in Minuten durchsucht

Mitglieder der Rettungshundestaffel Kaiserslautern und ihre Hunde gestalten Ferientage für Kinder in Schopp

Auf Kommando bellen, über wackelige Brücken laufen oder in einem riesigen Gebiet einen Menschen finden: Die Vierbeiner der Rettungshundestaffel Kaiserslautern müssen unerschrocken überall im Einsatz sein können. Wie das Finden von Personen mit den Hunden trainiert wird, konnten 40 Kinder am vergangenen Mittwoch und Freitag auf dem Trainingsgelände der Staffel in Schopp einen Tag lang erleben und auch selber einmal mit den Tieren üben.

,,Sitz. Langsam, langsam. Platz." Sarah führt Hündin Lina an der Leine über eine aufgebockte Leiter, die auf dem Trainingsgelände der Rettungshundestaffel Kaiserslautern in Schopp aufgebaut ist. Die Schülerin gibt ruhig die Kommandos und Lina tritt sicher von einer Sprosse auf die nächste. Nachdem der kleine Hindernislauf erfolgreich geschafft ist, darf Sarah der Labradorhündin ein Leckerli zur Belohnung geben. Danach dürfen auch die anderen Kinder Lina über die Leiter lotsen. Das Tier wartet jedes Mal brav auf sein Leckerli und lässt sich geduldig streicheln. Die Mädchen in der Gruppe haben den "soo süßen" Labrador schnell in ihr Herz geschlossen. "Für Lina gibt es abends nur noch gedünstet es Gemüse", schmunzelt Besitzerin Ilona Aull, deren Tasche mit den Leckerlis immer leerer wird.

Aull ist die Vorsitzende der Rettungshundestaffel, die eine Einheit des Katastrophenschutzes Kaiserslautern ist. Seit 14 Jahren. helfen die Vierbeiner und deren Herrchen, vermisste Personen wiederzufinden. 30 Tiere sind derzeit einsatzbereit oder befinden sich in der Ausbildung zum Rettungshund. "Zwei bis drei Jahre dauert es, die Hunde auszubilden", erzählt Aull. Geeignet dafür sei prinzipiell jeder Hund, solange er leicht zu motivieren sei und Menschen mag.

Bereits acht Einsätze hatte die Staffel in diesem Jahr. Einer davon war die Suche nach einer vermissten 66-jährigen Frau. Die Polizei zog Peter Kluge und seinen zweijährigen Labrador Paul hinzu - und der fand die alte Dame unversehrt. "Dabei war das erst sein zweiter Einsatz", berichtet Kluge stolz. Ein Rettungshund kann ein Gebiet von 30.000 Quadratmetern in nur wenigen Minuten durchkämmen. Der Hund nimmt Witterung auf und kann auch im dichten Unterholz suchen. Neben Hundeführer und Tier ist auch noch ein Teamleiter dabei, der im Einsatzfahrzeug per Digitalfunk die Staffel koordiniert.

Doch um als ausgebildeter Rettungshund arbeiten zu können, müssen die Hunde jährlich eine Prüfung absolvieren. Regelmäßig und mehrmals in der Woche übt Peter Kluge deshalb mit seinem Hund Paul Kommandos oder das Suchen im Wald. "Viel Zeit für anderes bleibt da nicht", erzählt Kluge. Alle Mitglieder der Rettungshundestaffel arbeiten ehrenamtlich. Der Verein ist auf Spenden angewiesen, um neue Funkgeräte kaufen zu können und das Trümmergelände, auf dem Hunde das Personensuchen etwa in eingestürzten Häusern trainieren können, weiter aufzubauen.

Doch an den beiden Ferienprogrammtagen steht für die Vierbeiner der Spaß mit den Kindern im Vordergrund. Die Hundeführer erklären den Kindern geduldig die Übungen und die sind erstaunlich geschickt beim ersten Umgang mit den Tieren. "Ich habe zwar keinen eigenen Hund, aber ich durfte auf dem Hundeplatz immer mit dem Nachbarshund üben", erzählt Ilena. Sie führt mit Bravour Golden Retriever Koda an der Leine über eine große rote Wippe. Und am Ende wartet wieder ein Leckerli.

 

VON STEFANIE HEITMANN